Selbst die allerbesten Trainings und Workshops verlieren schnell ihre Wirkung, wenn der Transfer in den Arbeitsalltag nicht klappt. Das Tagesgeschäft greift schnell wieder um sich und begräbt eure Umsetzungsvorhaben unter sich. In diesem Blogartikel findest du die besten Wege, um den Fokus auf die Stärken in eure Team-DNA einfließen zu lassen. Wie immer war uns auch bei der Auswahl der Werkzeuge wichtig: Sie müssen einfach umsetzbar sein und gleichzeitig große Wirkung zeigen.

1) Baut Stärken in eure bestehenden Routinen ein

Eine kurze Stärkenrunde in jedem Weekly

Ihr startet das Weekly mit einer einzigen Frage:

  • Wo hast du diese Woche eine deiner Stärken bewusst eingesetzt?

Jede Person bringt ein kurzes Beispiel, maximal 20 Sekunden. Das schärft das Bewusstsein, wofür die eigenen Stärken im Alltag wirklich genutzt werden.

Euer Nutzen: Stärken werden zu einem natürlichen Bestandteil des Miteinanders und nicht zu einer Einmalgeschichte.

Stärken im Check-in für Meetings

Diese zwei einfachen Leitfragen haben sich bewährt:

  • Welche Stärke habe ich bei Teammitglied XY deutlich gesehen diese Woche?
  • Warum war diese Stärke so wertvoll für uns als Team?

Ein Beispiel: „Mir ist diese Woche wieder Miriams Stärke „Vertrauen“ aufgefallen. In der Session mit unseren Zulieferern hat sie es wieder mal geschafft, die Wogen innerhalb von wenigen Minuten zu glätten. Sie wissen, dass sie es ernst mit ihnen meint.“

Das Feedback wird an konkreten Situationen aufgehängt, nicht an allgemeinen Einschätzungen.

Euer Nutzen: Wertschätzung wird konkret und die Verbindung im Team wächst.

 

Stärken in der Retrospektive

Stärken in bestehende Meetingroutinen einbauen

Stärken in der Retrospektive (Meeting)

In Retros bringt das Team drei Fragen ein:

  • Welche Stärke hat uns diese Woche oder in diesem Sprint geholfen?
  • Welche hat gefehlt?
  • Und was ändern wir als Nächstes?

Die Stärken werden so Teil der gemeinsamen Lernschleifen.

Euer Nutzen: Das Team entwickelt sich strukturiert weiter und nutzt Ressourcen bewusster.

 

2) Schärft eure Rollen mit Hilfe der Stärken

Eure Stärken in Rollen-Steckbriefen

Ihr erstellt Rollen-Steckbriefe, auf denen ihr festhaltet, welche Rollen jedes Teammitglied ausfüllt. Zum Beispiel Strukturgeber*in, Umsetzer*in, Ideengeber*in oder Verbindungsbauer*in. Die Rollen werden kurz beschrieben, damit klar ist, worauf sich das Team verlassen kann. Eine Person kann auch mehrere Rollen ausfüllen. Auf den Steckbriefen stehen selbstverständlich auch die Stärken, die helfen, diese Rolle mit Leben zu füllen. Viele unserer Kund*innen packen auch noch die Betriebsanleitung für mich selbst mit auf den Steckbrief.

Euer Nutzen: Zuständigkeiten werden klar, Doppelarbeit verschwindet und die Zusammenarbeit wird ruhiger und fokussierter.

Onboarding mit einer persönlichen Betriebsanleitung

Neue Kolleginnen und Kollegen erstellen eine 10-Punkte-Betriebsanleitung mit ihren Stärken, Bedürfnissen und No-Gos in der Zusammenarbeit. Das Team teilt ebenfalls kurze Selbstbeschreibungen, sodass sich alle schneller lesen können. In einem gemeinsamen Gespräch werden die Anleitungen besprochen und mit konkreten Beispielen aus dem Alltag angereichert.

Euer Nutzen: Das Kennenlernen geht schneller und ist deutlich intensiver – das hilft, Missverständnisse zu vermeiden.Betriebsanleitung für mich selbst

Stärkenbasiert delegieren

Als Führungskraft stell ich mir diese Fragen:

  • Welche Stärke braucht diese Aufgabe?
  • Wer im Team bringt diese Stärke mit?

Delegiert wird also nach Passung. Das Allerbeste daran: Du kannst auf jeden Fall ruhig schlafen, weil du weißt, dass du die richtige Person für die Aufgabe gewählt hast.

Euer Nutzen: Aufgaben landen dort, wo sie gut aufgehoben sind – und müssen seltener nachjustiert werden.

Projektteams nach Stärken zusammenstellen

Bevor ein Projekt startet, klärt ihr:

  • Welche Stärken braucht das Projekt wirklich?

Kopf-, Hand- und Herz-Stärken sollten bewusst gemischt werden. Die Rollen im Projekt richten sich nicht nur nach Verfügbarkeit, sondern nach dem Mehrwert der jeweiligen Stärken. Hier findest du auch einen Blogartikel über Stärken im Projektmanagement.

Euer Nutzen: Projekte kommen schneller voran, Entscheidungen fallen leichter und Konflikte werden seltener.

 

Projekt-Management

Projekt-Management und Stärken

 

3) Nutzt die Stärken gezielt zur Weiterentwicklung eures Teams

Stärkenbasierte Entwicklungsgespräche führen

Startet mit wenigen, guten Fragen:

  • Was ist dir richtig gut gelungen?
  • Welche deiner Stärken konntest du gut einsetzen?
  • Wo willst du sie stärker einbringen?

Die Fragen können in informelle Gespräche zwischen Teamlead und Kolleg*innen ohne besonderen Anlass hilfreich sein. So könnt ihr immer wieder gemeinsam schauen, wie Rollen und Aufgaben besser zu den Stärken passen. Selbstverständlich könnt ihr diese oder ähnliche Fragen auch in euren Regelterminen nutzen. In unserem StärkenReport Nr. 5 dreht sich alles ums stärkenorientierte Mitarbeitendengespräch. Du kannst ihn hier kostenlos herunterladen.

Euer Nutzen: Menschen fühlen sich gesehen und wissen, dass sie die richtigen Werkzeuge (Stärken) haben, um ihre Arbeit richtig gut zu meistern.

StärkenReport Nr. 5 cover

StärkenReport Nr. 5: Stärken-orientierte Mitarbeitenden-Gespräche

Ziele mit Stärken verknüpfen

Jedes Ziel bekommt eine zweite Komponente:

  • Mit welcher Stärke will ich dieses Ziel erreichen?

Das macht Ziele nicht nur messbar, sondern auch anschlussfähig an die persönliche Arbeitsweise. Teams können sich gegenseitig unterstützen, wenn sichtbar wird, wer welche Stärke ins Spiel bringt.

Euer Nutzen: Ziele werden erreichbarer, weil jede Person weiß, wie sie die gesteckten Ziele erreichen kann.

Konflikte über Stärken entschärfen

Wenn es knirscht, fragt ihr:

  • Welche Stärke war hier eigentlich am Werk und wollte etwas Gutes?

Die Beteiligten erzählen, was ihre innere Absicht war – oft steckt ein wertvoller Impuls dahinter, der falsch gelesen wurde. Danach wird gemeinsam geklärt, wie das Zusammenspiel künftig besser funktionieren kann. Mit ein bisschen Übung erkenne ich z.B. hinter der Stärke Achtsamkeit die Bedürfnisse nach einer vernünftigen Entscheidungsgrundlage und Zeit zum Durchdenken der Situation. Wenn ich weiß, dass mein*e Kolleg*in das braucht, weiß ich auch, dass ihr/ihm nicht darum geht mich auszubremsen. Es geht ihr/ihm um Sorgfalt.

Euer Nutzen: Konflikte verlieren ihre Schärfe und werden schneller lösbar. So ein Perspektivwechsel bewirkt Wunder.

Entscheidungsprozesse nach Stärken strukturieren

Vor einer Entscheidung klärt ihr, welche Stärke die nächste Phase führen sollte: Kreative Stärken für Ideenfindung, analytische für Bewertung, umsetzungsorientierte für die finale Entscheidung. Jede Phase bekommt damit eine klare Handschrift.

Euer Nutzen: Diskussionen werden kürzer und die Qualität der Entscheidungen steigt.

 

4) Stärken in der Team-DNA verankern – mit internen und externen Profis

Der Transfer-Workshop: Ganz konkret Aufgaben nach Stärken verteilen

Jede Person listet ihre Energiespender und Energiefresser auf – ehrlich und ohne Beschönigung. Das Team verteilt die Aufgaben neu und testet diese neue Struktur zwei bis drei Wochen lang im echten Alltag. Danach wird gemeinsam entschieden, welche Änderungen bleiben und was nachgeschärft werden muss. Häufig braucht es nur minimale Veränderungen, um ordentlich was zu bewegen. (Domino-Effekt)

Hier wird die Stärken-Orientierung am deutlichsten greifbar. Wir begleiten euch gerne mit einem halbtägigen Workshop. Eine*n externe*n Sparringspartner*in ist beim Transfer in den Alltag Gold wert, weil ihr euch voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren könnt. Wir moderieren den Prozess und schärfen auch an der richtigen Stelle nach. Vor allem lassen wir niemanden aus dem Workshop, wenn nicht klar ist, wer was bis wann umsetzen wird.

Hier findest du mehr Infos zu unserem Transfer-Workshop.

Euer Nutzen: Die Arbeit fließt leichter, die Stimmung verbessert sich und euer gesamtes Team spürt, wie produktiv eure Stärken wirken.

Stärken-Orientierung im Unternehmen

Interne StärkenCoachs fürs eigene Unternehmen ausbilden

Die Champions-League, um Stärken-Orientierung langfristig bei euch im Unternehmen zu etablieren: Eine*n eigene*n StärkenCoach ausbilden lassen. In unseren 4 Modulen geben wir euch alle Werkzeuge in die Hand, um mit Einzelpersonen und mit Teams arbeiten zu können. Interne StärkenCoachs führen Workshops durch, sind Sparringspartner*innen für Projektteams und bringen an vielen neuralgischen Stellen ihre Stärken-Expertise ins Spiel. Mehr Infos zur Ausbildung findest du hier.

Euer Nutzen: Ihr habt für alle Fragen rund ums Stärken Stärken eine*n Expert*in im eigenen Haus, die euch mit Rat und Tat zur Seite steht.

Überblick 4 Module StärkenCoach Ausbildung

Überblick 4 Module StärkenCoach Ausbildung

Kurzer Reality-Check: Es gibt keine One-Size-Ftis-All-Lösung

Du wirst beim Durchlesen sicher festgestellt haben, dass manche der Ideen für dich interessanter waren als andere. Vor allem auch, weil sie manche Ansätze auch leichter bei euch zu implementieren sind als andere. Such dir gezielt nur zwei Ideen aus, die du umsetzen möchtest und probier sie einfach aus.

Wenn ihr euch Unterstützung bei der Auswahl oder sogar ein ganz individuell maßgeschneiderten Umsetzungsplan wünscht, dann rührt euch gerne bei uns: sebastian@staerkeneffekt.de

Ich freu mich auf ein völlig unverbindliches und kostenfreies Kennenlerngespräch mit euch.

Und dann sorgen wir dafür, dass Stärken Stärken auch bei euch dafür sorgt, dass 1+1=3 gilt.