Methodik

Wie funktioniert das StärkenRadar?

Wie der Test abläuft, wie das StärkenRadar entstanden ist, wofür es gedacht ist, und wofür ausdrücklich nicht. Die ehrliche Methodikseite.

Kurz erklärt

Beim StärkenRadar gibst du in rund 15 Minuten bei 120 kurzen Aussagen mit einem Schieberegler an, wie sehr sie auf dich zutreffen. Danach siehst du sofort, welche 8 der 24 Stärken aus Kopf, Hand und Herz bei dir am deutlichsten ausgeprägt sind, jeweils mit den Bedürfnissen und Rollen, die dazugehören. Das StärkenRadar ist aus langjähriger Coaching- und Workshop-Praxis entstanden und als Praxisinstrument für Selbstreflexion, Coaching und Teamentwicklung gedacht. Es ist bewusst kein psychologisch-diagnostisches Testverfahren, liefert keine Normwerte und beansprucht keine wissenschaftliche Validierung.

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So läuft das StärkenRadar ab

Du liest 120 kurze Aussagen über dich. Bei jeder schiebst du einen Regler dorthin, wo du dich siehst, zwischen „trifft gar nicht zu“ und „trifft voll zu“. Im Schnitt dauert das knapp 15 Minuten. Du kannst zurückgehen und Antworten ändern. Zwischendurch kommen keine Zusatzfragen und keine Angebote, und auf dem Handy siehst du immer nur eine Aussage. Den Test gibt es auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Seine Durchführung ist nach der europäischen Norm EN 301 549 barrierefrei. Was wir dafür umgebaut haben, beschreibt der Blogartikel Barrierefreiheit beim StärkenRadar.

Dein Ergebnis erscheint direkt nach der letzten Aussage. Es zeigt die acht Stärken, die bei dir am deutlichsten ausgeprägt sind, jeweils mit Können, Bedürfnissen und Rollen, und ordnet alle 24 Stärken in Kopf, Hand und Herz ein. Zusätzlich bekommst du es als PDF.

Der 360°-Blick ist freiwillig, dein Ergebnis steht auch ohne ihn. Wenn du ihn nutzt, holst du dir die Sicht anderer Menschen dazu. Du schickst ihnen einen Link, ein Konto brauchen sie dafür nicht. Ihre Rückmeldungen siehst du getrennt von deiner Selbsteinschätzung, sie verändern dein Ergebnis nicht. Ab drei Rückmeldungen zeigt dir der 360°-Blick, welche deiner Stärken andere bestätigen und welche mehrere von ihnen bei dir sehen, obwohl sie in deinem Ergebnis nicht unter den ersten acht stehen. Er ist im Preis enthalten.

Das StärkenRadar wird DSGVO-konform betrieben. Die Server stehen in Frankfurt am Main, und personenbezogene Daten werden nach sechs Monaten automatisch gelöscht. Zahlreiche Betriebsräte haben unsere Datenschutzmaßnahmen geprüft und freigegeben. Wenn ein Unternehmen das StärkenRadar einführen möchte, begleiten wir es auf Wunsch durch die interne Freigabe. Mehr dazu steht im Blogartikel Datenschutz beim StärkenRadar.

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Wie das StärkenRadar entstanden ist

Das StärkenRadar ist aus der Praxis entstanden: aus vielen Jahren Coachings, Team-Workshops und Ausbildungen. Die Beschreibungen der 24 Stärken beruhen auf wiederkehrenden Beobachtungen, welche Aussagen Menschen mit einer stark ausgeprägten Stärke über sich selbst treffen: über ihr Können, ihre Bedürfnisse und die Rollen, in denen sie für andere wertvoll sind.

Am Anfang stand die Suche nach einem passenden Instrument. Wir haben uns angeschaut, was der Markt bietet: BerufsCheck, Kompetenz-Check, StrengthsFinder, NEO-PI-R, DISG, die Charakterstärken (VIA-IS) der Universität Zürich. Alle diese Verfahren liefern brauchbare, teils sehr gute Ergebnisse in den Bereichen, für die sie gemacht wurden. Für unseren Zweck fehlte uns bei jedem etwas: ein Werkzeug, das in Coachings und Team-Workshops sofort anschlussfähig ist. Also haben wir 2018 begonnen, ein eigenes zu entwickeln.

An der Entwicklung waren Psychologinnen, Personalverantwortliche, eine Sprachwissenschaftlerin und ein Pool von Kolleg*innen aus dem Coaching beteiligt. Den Prototyp haben wir im JOSEPHS hunderten Besucher*innen kostenfrei zur Verfügung gestellt und aus ihren Rückmeldungen gelernt. Das JOSEPHS ist ein offenes Innovationslabor in Nürnberg, entstanden aus einem Forschungsprojekt des Fraunhofer IIS und der Universität Erlangen-Nürnberg.

Der Moment, der die Positionierung geklärt hat. Zunächst wollten wir das StärkenRadar an den klassischen Testgütekriterien ausrichten: Objektivität, Reliabilität, Validität. Im Sommer 2019 stellte uns ein Psychologe die entscheidende Frage:

„Warum wollt ihr psychologische Testgütekriterien auf euren Check anwenden? Das StärkenRadar ist kein psychologischer Test. Das ist ein Check aus der Praxis.“

Das war der Wendepunkt. Seitdem sagen wir klar, was das StärkenRadar ist: ein praxiserprobtes Werkzeug zur Selbsteinschätzung, ohne Schnörkel und ohne pseudowissenschaftliches Gehabe. Wer das StärkenRadar durchführt, merkt schnell, dass es kein klassisches Testverfahren ist, wie es etwa Intelligenztests sind, sondern eine strukturierte Selbsteinschätzung, um sich der eigenen Stärken bewusst zu werden.

Weiterentwickelt wurde und wird das Instrument in Ko-Kreation mit unseren Kund*innen: In jeden Zwischenschritt sind Rückmeldungen aus der Nutzung eingeflossen. Formulierungen, die in der Praxis nicht trafen, wurden geschärft.

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Das Modell: 24 Stärken in Kopf, Hand und Herz

Im StärkenRadar-Modell unterscheiden wir 24 Stärken in drei Kategorien, die die bevorzugte Arbeitsweise eines Menschen beschreiben: Kopf für geistige Tätigkeiten (etwa Logik, Kreativität, Meta-Ebene), Hand für die Durchführung (etwa Umsetzung, Struktur, Achtsamkeit) und Herz für die Zusammenarbeit (etwa Empathie, Vertrauen, Netzwerken).

Eine starke Ausprägung in einem oder zwei Bereichen bedeutet: Bei Tätigkeiten aus diesen Bereichen bist du in deinem Element. Es bedeutet nicht, dass du in den anderen Bereichen keine gute Arbeit leisten kannst.

Eine Stärke hat in unserem Modell drei Facetten:

  • Können: was jemand richtig gut kann
  • Bedürfnis: was diese Person braucht, um gute Arbeit leisten zu können. Die Bedürfnisse geben Hinweise darauf, welches Umfeld jemand benötigt, um sich wohlzufühlen.
  • Rolle: was diese Person für die Gruppe wertvoll macht

Diese dritte Facette ist der Grund, warum das StärkenRadar besonders in Teams funktioniert: Stärken sind ein Indikator dafür, welchen Beitrag jemand leisten kann. Ergänzend beschreiben wir Wechselwirkungen zwischen den Stärken: welche sich gegenseitig verstärken und welche in ein Spannungsfeld geraten können.

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Was das StärkenRadar ist, und was nicht

Es ist: ein Reflexions- und Entwicklungsinstrument. Es übersetzt Selbsteinschätzungen in ein strukturiertes Stärkenprofil, macht Stärken besprechbar und liefert eine gemeinsame Sprache für Coaching und Teamarbeit.

Es ist nicht: ein psychometrisches Testverfahren. Es gibt keine veröffentlichten Reliabilitäts- oder Validitätsstudien, keine Normstichprobe und keine wissenschaftliche Absicherung im testtheoretischen Sinn. Wer ein wissenschaftlich validiertes Instrument benötigt, findet mit dem VIA Inventory of Strengths eine forschungsbasierte Alternative.1 Der Vergleich der gängigen Stärkentests zeigt die Unterschiede im Detail.

Diese Einordnung ist kein Makel, sondern eine bewusste Entscheidung: Das StärkenRadar optimiert auf Verständlichkeit, Praxisnutzen und Anschlussfähigkeit im Arbeitsalltag, nicht auf akademische Messgenauigkeit.

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Wofür das StärkenRadar gedacht ist

In Coachings und Workshops setzen wir das Ergebnis als Gesprächsgrundlage ein: für Selbstreflexion und berufliche Orientierung, für Stärken-Coachings, für Teamentwicklung (wer bringt was ein, wo verstärken oder bremsen sich Stärken) und für Führungskräfte, die stärkenorientiert arbeiten wollen. Der 360°-Blick ergänzt die Selbsteinschätzung um die Perspektive anderer, in unserer Erfahrung einer der wertvollsten Momente in der Arbeit mit dem Profil.

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Im Bewerbungsprozess: als Gesprächsgrundlage, nicht als Auswahlfilter

Das StärkenRadar wird auch im Recruiting eingesetzt, aber in einer bestimmten Rolle, die wir klar benennen: als Grundlage für ein besseres Gespräch, nicht als Instrument, um Bewerber*innen auszusortieren.

So ist es gedacht: Wer zum Gespräch eingeladen ist, kann den StärkenCheck vorab und freiwillig selbst durchführen und bekommt das eigene Ergebnis. Damit gehen beide Seiten vorbereitet ins Gespräch. Statt nach auswendig gelernten Floskeln („Ich kann mich gut in andere hineinversetzen“) wird nach konkreten Beispielen zu den eigenen Stärken gefragt. Das sagt deutlich mehr über einen Menschen aus. Und es wird besprechbar, ob die mitgebrachten Stärken das bestehende Team ergänzen oder verdoppeln, und an welcher Stelle im Unternehmen jemand am wirksamsten wäre.

Der Nebeneffekt, den Unternehmen uns immer wieder zurückmelden: Bewerber*innen erleben ein Verfahren, in dem es um ihr Potenzial geht statt um Lückensuche im Lebenslauf. Das wirkt auf die Arbeitgeber-Attraktivität, lange bevor der Vertrag unterschrieben ist.

Drei Regeln, die dabei gelten:

  • Freiwilligkeit: Wer den Check nicht machen möchte, darf im Verfahren keinen Nachteil haben.
  • Transparenz: Das Ergebnis gehört der Person, die den Check gemacht hat. Es wird gemeinsam besprochen, nicht über sie hinweg ausgewertet.
  • Keine Ablehnungsbegründung: Ein Stärkenprofil ist kein Grund für eine Absage. Es zeigt, worüber ihr sprechen solltet, nicht, ob jemand geeignet ist.

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Wofür es ausdrücklich nicht gedacht ist

Das StärkenRadar ist kein eignungsdiagnostisches Verfahren. Es liefert keine Eignungsprognose, kein Ranking von Kandidat*innen, keinen Abgleich gegen ein Sollprofil und keine Entscheidungsgrundlage für Einstellungen, Beförderungen oder Trennungen. Wer eine berufsbezogene Eignungsbeurteilung im engeren Sinn braucht, arbeitet mit dafür entwickelten, validierten Verfahren nach den einschlägigen Standards (in Deutschland: DIN 33430).2

Der Unterschied in einem Satz: Ein Auswahlverfahren fragt „Wer ist am besten geeignet?“, das StärkenRadar fragt „Was bringt dieser Mensch mit, und wo kann er wirksam werden?“

Ebenso wenig ist das Ergebnis eine Persönlichkeitsdiagnose oder ein Urteil darüber, was jemand kann oder nicht kann. Es zeigt Selbst- und ggf. Fremdwahrnehmung zu einem Zeitpunkt, nicht mehr, und nicht weniger.

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Was das Ergebnis erlaubt, und was nicht

Das Profil erlaubt Aussagen wie: „Diese Stärken beschreibe ich (oder beschreiben andere) bei mir als besonders ausgeprägt“ und „diese Kombinationen könnten sich bei mir verstärken oder in Spannung geraten“. Es erlaubt keine Aussagen wie: „Ich bin objektiv stärker als andere in X“, „Ich bin für Beruf Y geeignet/ungeeignet“ oder „Diese Stärke werde ich nie entwickeln“.

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Änderungen am Modell

Wir dokumentieren an dieser Stelle künftig Änderungen am Modell und am Instrument.

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Häufige Fragen zur Methodik

Ist das StärkenRadar wissenschaftlich validiert?

Nein. Es ist ein erfahrungsbasiertes Praxisinstrument ohne veröffentlichte Gütekriterien. Wir kennzeichnen deshalb konsequent, was Modellbeschreibung ist und was Beobachtung aus der Praxis, und empfehlen es nicht für Zwecke, die ein validiertes Verfahren erfordern.

Warum baut ihr keinen wissenschaftlich validierten Test?

Weil unser Zweck ein anderer ist: Reflexion, Gespräch und Entwicklung im Arbeitsalltag. Dafür sind Verständlichkeit und Praxisnähe wichtiger als testtheoretische Kennwerte. Wer ein validiertes Verfahren braucht, findet die Alternativen offen verglichen in unserem Stärkentest-Vergleich.

Für wen ist das StärkenRadar geeignet?

Für Einzelpersonen zur Selbstreflexion, für Coaches als Arbeitsgrundlage, für Teams und Führungskräfte, die Stärken sichtbar machen und nutzen wollen, und im Recruiting als freiwillige Gesprächsgrundlage. Nicht geeignet ist es als Auswahl- oder Eignungsverfahren.

Darf ich das StärkenRadar im Bewerbungsprozess einsetzen?

Ja: als freiwilliges Angebot an Bewerber*innen zur Vorbereitung und als Grundlage für ein tiefergehendes Gespräch. Nein: als Filter, Scoring oder Ablehnungsbegründung. Die Grenze verläuft dort, wo aus einer Gesprächsgrundlage eine Auswahlentscheidung wird.

Was unterscheidet es von CliftonStrengths oder VIA?

Kurz: CliftonStrengths (Gallup) misst 34 Talentthemen mit großem internationalem Datenbestand, VIA misst 24 wissenschaftlich fundierte Charakterstärken. Das StärkenRadar setzt auf 24 alltagsnahe Stärken in Kopf/Hand/Herz, deutsche Sprache, Fremdbild-Funktion und Teamanwendung. Ausführlich steht das im Stärkentest-Vergleich.

Kann sich mein Ergebnis ändern?

Ja. Das Profil bildet Selbst- und Fremdeinschätzung zu einem Zeitpunkt ab. Neue Erfahrungen, Rollen oder ein bewussterer Blick auf sich selbst können das Bild verschieben.

Sieh dir an, was das StärkenRadar liefert

Am schnellsten verstehst du ein Instrument an seinem Ergebnis. Das Muster-Ergebnis zeigt die Top 8 mit Können, Bedürfnissen und Rollen und ordnet alle 24 Stärken in Kopf, Hand und Herz ein.

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