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Stärke
Kategorie Herz
Was Leichtigkeit im Alltag bedeutet, mit Beispielen vom Büro bis zur Wasserrutsche. Und woran du erkennst, ob sie zu deinen Stärken gehört.
Kurz erklärt
Leichtigkeit heißt, unbekümmert und ungezwungen zu sein: Wer Leichtigkeit ausstrahlt, wirkt locker und macht sich wenig Sorgen. Das Wort steht auch dafür, dass etwas ohne Anstrengung gelingt, zum Beispiel in der Wendung „mit Leichtigkeit“. Im StärkenRadar-Modell ist Leichtigkeit außerdem eine von 24 Stärken (Kategorie Herz): Menschen mit dieser Stärke sind meistens gut gelaunt und gehen davon aus, dass es schon werden wird. Sie finden an allem, was passiert, irgendetwas Positives und verbreiten gute Laune. Sie brauchen ein positives Umfeld.
01Definition
Eine Firma zieht in ein neues Büro. Am ersten Morgen funktioniert das Internet nicht, im Flur stehen noch die Umzugskartons, und alle sind angespannt.
Dann sagt eine: „Das Internet kommt schon wieder. Bis dahin gibt es Kaffee, und die Kartons laufen uns nicht weg.“
Von Leichtigkeit spricht man, wenn jemand unbekümmert und ungezwungen mit einer Sache umgeht. Das Wörterbuch nennt drei Bedeutungen. Erstens heißt Leichtigkeit, dass etwas wenig wiegt. Zweitens steht das Wort für Ungezwungenheit und Unbekümmertheit. Und drittens steht es für Mühelosigkeit, also dafür, dass etwas ohne Anstrengung gelingt.1
Im Alltag klingen die drei Bedeutungen so:
Der Stärke Leichtigkeit am nächsten ist die zweite Bedeutung.
02Als Stärke
Viele Menschen sind unbekümmert, solange bei ihnen alles gut läuft. Manche gehen aber auch dann, wenn es gerade nicht gut läuft, davon aus, dass es schon werden wird. Deshalb führen wir Leichtigkeit im StärkenRadar als eigene Stärke. Sie ist eine von 24 Stärken und gehört zur Kategorie Herz (Zusammenarbeit).
Wenn du Leichtigkeit in dir trägst, dürfen wir dich erst einmal beglückwünschen. Diese Stärke ist wirklich wie ein Joker im Leben, weil eigentlich nichts schiefgehen kann. Du gehst mit genau der richtigen Lebenseinstellung durch die Welt, und die heißt: Egal, was ist, es wird schon werden.
Dieser Satz ist wie ein Mantra. Wer Leichtigkeit in sich trägt, hat ihn sich regelrecht eintätowiert. Denn egal, was ist, du findest immer irgendetwas Positives daran. Im Rückblick findet man ja immer irgendetwas Positives, auch an Sachen, die vielleicht nicht ganz so gelaufen sind, wie man es sich vorgestellt hat.
Ein Bild dafür: Stell dir vor, wir werfen dich aus einem Flugzeug, und du hast keinen Fallschirm dabei. Mit deinem Joker hast du trotzdem Glück. Du landest genau auf der richtigen Wasserrutsche, und zwar im genau richtigen Winkel. Dann rutschst du schön nach unten in das Auffangbecken. Dort steht deine Traumfrau oder dein Traummann und reicht dir auch noch deinen Lieblingscocktail. Das ist Leichtigkeit. Mit dieser Stärke fällst du meistens auf die Füße, und du bist meistens auch gut gelaunt.
„Ich bin eigentlich immer gut drauf. Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich Leute den ganzen Tag über irgendeinen Mist beschweren können. Das Leben meint es doch gut mit uns.“
Typische Anzeichen, dass Leichtigkeit zu deinen Stärken gehören könnte:
So sieht das konkret aus: Die Leute im Büro schätzen deine Leichtigkeit sehr. Wenn du hereinkommst, sagen sie über dich: „Das ist einfach unser Sonnenschein, und dann geht es uns schon gut.“ Du strahlst deine Leichtigkeit also wirklich aus, und das tut den Leuten gut.
03Bedürfnisse
Wo eine Stärke ist, ist auch ein Bedürfnis. Mit der Stärke Leichtigkeit brauchst du dringend ein positives Umfeld. Das sind Leute um dich herum, die vielleicht auch Leichtigkeit haben, die etwas bewegen wollen, die nicht alles bierernst nehmen und die auch einmal fünf gerade sein lassen. Du möchtest dich mit Menschen umgeben, die ebenfalls gut gelaunt sind und nicht jammern. Außerdem möchtest du schöne Erlebnisse mit anderen teilen und optimistisch in die Zukunft blicken. Um deine Zukunft willst du dir wenig Sorgen machen müssen.
Die absolute Höchststrafe sind für dich Leute, die sich eine Badewanne voller Selbstmitleid einlassen. Sie suhlen sich in dieser Badewanne und sagen: „Mir geht es so schlecht, alles ist so schlimm, und es wird auch nicht mehr besser.“ Es kann sein, dass du dann als Erstes helfen und aufmuntern willst. Wenn diese Leute das aber nicht zulassen wollen, dann mach einen riesengroßen Bogen um sie, denn sie saugen dir ordentlich Energie. Dieses Selbstmitleid ist dein Kryptonit. Es ist eigentlich fast das Einzige, was dich unterkriegen kann. Auf Leute, die in ihrem Selbstmitleid bleiben wollen, hast du ganz wenig bis gar keine Lust.
Achte deshalb darauf, dass du ein Arbeitsumfeld hast, in dem es locker zugeht und in dem du Spaß hast. In so einem Umfeld darf ordentlich etwas weggearbeitet werden, und es darf auch anstrengend sein. Die Grundstimmung sollte aber erst einmal positiv sein. Wenn du dich die ganze Zeit in einem sehr negativen Umfeld aufhältst, macht dir das auf Dauer keine Freude, und es kostet dich ganz viel Energie.
Für Führungskräfte heißt das: Sorg dafür, dass Menschen mit dieser Stärke in einem Team arbeiten, in dem die Grundstimmung positiv ist. Und lass sie nicht auf Dauer mit Leuten zusammenarbeiten, die nur jammern.
04Im Team
Was macht jemanden mit dieser Stärke wertvoll für die Zusammenarbeit? Vor allem sieben Beiträge:
Beim Aufmuntern gibt es eine Sache, auf die du achten solltest. Manche Leute sind noch nicht bereit, sich aufmuntern zu lassen, und das musst du leider akzeptieren. Wenn etwas Blödes passiert ist, brauchen manche einfach ein bisschen länger, bis sie den ersten Schock hinter sich haben. Vorher sind sie im Kopf noch gar nicht so weit. Gib ihnen deshalb manchmal etwas Zeit. Geh nach einer Stunde oder am nächsten Tag wieder hin und versuch es dann noch einmal. Denn es macht dir ja wirklich Spaß, Leuten wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Um Leute, die in ihrem Selbstmitleid bleiben wollen, machst du ansonsten besser einen großen Bogen.
Achte im Team außerdem auf Menschen, die sehr achtsam und vorsichtig sind. Für sie ist es häufig ganz schwer nachvollziehbar, wie du einfach auf gut Glück losmarschierst und sagst: „Das wird schon werden.“ Das entspricht überhaupt nicht ihrem Denkmuster. Deshalb kann es sein, dass sich eure Ansichten ein bisschen beißen. Diese Menschen meinen es häufig gar nicht böse. Ihr habt nur zwei völlig unterschiedliche Blickwinkel. Auch mit Menschen, die sehr streng mit sich selbst sind und immer 100 Prozent wollen, rumpelst du vielleicht ein bisschen aneinander.
05Schattenseite
Die Schattenseite dieser Stärke ist, dass du Risiken manchmal vielleicht ein bisschen unterschätzt. Oder du sagst: „Ja, das kann schon schiefgehen. Aber lass mich jetzt erst einmal schauen, das wird schon irgendwie werden.“ Und wenn du diese Stärke vielleicht zu stark lebst, sagst du manchmal: „Gut, ich springe da jetzt einfach hinunter, das wird schon irgendwie werden.“
Das heißt: Manche Risiken und manche Fallstricke willst du entweder nicht sehen, oder du unterschätzt sie total.
06Abgrenzung
Manche halten dich mit dieser Stärke für pathologisch optimistisch. Sie glauben, dass du nur das Positive siehst, alles durch die rosarote Brille betrachtest und vielleicht auch nichts ernst nimmst. Das ist eine Fehleinschätzung. Natürlich sind dir Gefahren und Risiken manchmal auch bewusst. Und du nimmst Sachen sehr wohl ernst, wenn sie dir am Herzen liegen.
Der Eindruck entsteht durch deine Leichtigkeit, durch dieses „Ach komm, lass erst einmal schauen, das wird schon“. Gerade auf Leute, die vielleicht ein bisschen ernster unterwegs sind, wirkt das so, als könntest du nichts ernst nehmen. Manche erschreckt das vielleicht. Andere sind vielleicht ein bisschen neidisch darauf, dass du nicht dein ganzes Leben zerdenkst, dich nicht zermürbst und dich nicht selbst quälst. Bei dir sieht es einfach sehr leicht aus, weil du diese Leichtigkeit auch ausstrahlst.
Und noch eine Abgrenzung: Leichtigkeit ist nicht dasselbe wie Flexibilität, auch wenn sich die beiden ähnlich sind. Mit beiden Stärken jammerst du nicht lange, wenn etwas Neues auf dich zukommt, sondern machst das Beste daraus. Und mit beiden gehst du davon aus, dass es schon irgendwie klappen wird. Bei Flexibilität geht es darum, sich schnell auf eine neue Situation einzustellen. Menschen mit Flexibilität brauchen vor allem Abwechslung. Bei Leichtigkeit geht es um eine positive Lebenseinstellung. Menschen mit Leichtigkeit sind meistens gut gelaunt, finden an einer Sache immer irgendetwas Gutes und brauchen ein positives Umfeld. Sie muntern andere auf und verbreiten gute Laune.
07Kombinationen
Keine Stärke wirkt für sich allein. Drei machen Leichtigkeit noch wirksamer, wir nennen sie Verstärker.
Verstärker
In die andere Richtung ziehen vor allem drei Stärken, die wir Gegenpole nennen.
Gegenpole
Mit Verantwortung und mit Struktur bist du häufig sehr streng mit dir selbst, und es müssen immer 100 Prozent sein. Mit der Stärke Leichtigkeit findest du sicher, dass 80 Prozent auch einmal reichen, bevor du dich komplett verrückt machst. Vielleicht kennst du das Pareto-Prinzip. Diese Faustregel sagt, dass du mit 20 Prozent der Leistung schon 80 Prozent des Ergebnisses bekommst. Das macht dir sehr viel mehr Spaß als der Gedanke: Es müssen immer 100 Prozent sein, und ich muss mich quälen, weil das Ganze sonst nichts wert ist.
08Lernen
Das Verhalten, das zu Leichtigkeit gehört, lässt sich üben. Du kannst dir angewöhnen, an einer Sache, die nicht gut gelaufen ist, im Rückblick etwas Positives zu suchen. Du kannst auch üben, dich nicht lange zu beschweren und es einmal bei 80 Prozent zu belassen. Ob Leichtigkeit darüber hinaus zu deinen Stärken gehört, ist eine andere Frage. Eine Stärke fällt dir leicht und gibt dir Energie, statt dich Energie zu kosten. Wer die Stärke Leichtigkeit hat, muss selten üben, das Gute an einer Sache zu sehen. Diesen Menschen fällt es eher schwer, Leute auszuhalten, die nur jammern. Und es passiert ihnen manchmal, dass sie ein Risiko ein bisschen unterschätzen. Wenn es dir auch so geht, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Leichtigkeit zu deinen Stärken gehört. Genauer zeigt dir das ein Stärkentest, in dem Leichtigkeit als eigene Stärke gemessen wird.
Selbstcheck
Selbstcheck
„Ich bin meistens gut gelaunt. Auch an einer Sache, die nicht so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, finde ich noch irgendetwas Positives.“
09Fragen
Leichtigkeit heißt, unbekümmert und ungezwungen zu sein: Wer Leichtigkeit ausstrahlt, wirkt locker und macht sich wenig Sorgen. Das Wort steht auch dafür, dass etwas ohne Anstrengung gelingt, zum Beispiel in der Wendung „mit Leichtigkeit“.
Eine Firma zieht um, am ersten Morgen im neuen Büro funktioniert das Internet nicht, und alle sind angespannt. Wer dann sagt: „Das Internet kommt schon wieder, bis dahin gibt es Kaffee“, zeigt Leichtigkeit. Ein zweites Beispiel: Eine Kollegin ist meistens gut gelaunt, und die anderen im Büro sagen über sie: „Das ist einfach unser Sonnenschein.“
Leichtigkeit im Leben bedeutet, unbekümmert durch den Alltag zu gehen und sich wenig Sorgen zu machen. Im StärkenRadar-Modell ist Leichtigkeit die Stärke von Menschen, die davon ausgehen, dass es schon werden wird, und die an allem, was passiert, irgendetwas Positives finden.
Ja, im StärkenRadar-Modell ist Leichtigkeit eine von 24 Stärken und gehört zur Kategorie Herz. Gemeint ist eine positive Lebenseinstellung: Menschen mit dieser Stärke sind meistens gut gelaunt, gehen davon aus, dass es schon werden wird, und verbreiten gute Laune.
Im StärkenRadar-Modell wird Leichtigkeit von den Stärken Netzwerken, Problemlösung und Flexibilität verstärkt. Spannungsreiche Gegenpole zu Leichtigkeit sind vor allem Achtsamkeit, Verantwortung und Struktur.
Es gibt drei Anhaltspunkte. Bist du meistens gut gelaunt? Findest du auch an einer Sache, die nicht gut gelaufen ist, noch irgendetwas Positives? Und kosten dich Leute, die nur jammern und sich nicht aufmuntern lassen wollen, viel Energie? Wenn das alles auf dich zutrifft, spricht einiges dafür, dass Leichtigkeit zu deinen Stärken gehört. Genauer zeigt dir das ein Stärkentest wie das StärkenRadar, in dem Leichtigkeit als eigene Stärke gemessen wird.